Zahnfleischrückgang - freiliegende Zahnhälse - Parodontitis
Das Zahnfleisch geht zurück oder Anteile der Zahnwurzel liegen frei. Beide Phänomene führen die betroffenen Patienten in unsere Praxis, wenn Sie zu Hause in Ihrem Mund derartige Veränderungen beobachten.
Was für ein Typ sind Sie ? Ihrem Alter entsprechend jung oder schon "verlebt" ?
Es ist durchaus normal, dass jeder Mensch ab dem 25. Lebensjahr im weiteren Verlaufe seines Lebens ca. einen Millimeter "Zahnfleischschwund" pro Lebensjahrzehnt feststellen kann. Dies ist kein Grund zur Sorge, denn die allgemeine Degeneration macht auch vor den Geweben und Strukturen im Mund nicht halt. So, wie Haut und Haare häufig altersentsprechend gesund oder eben verlebt aussehen, so ist es auch im Mund.
Grundsätzlich gilt aber die oben genannte Faustformel, das ein Rückgang des sichtbaren Zahnfleisches mit Stützknochen von einem Millimeter pro Lebensjahrzehnt ab dem 25. Lebensjahr als durchschnittlich und normal bzw. physiologisch angesehen darf.
Wie verläuft der Zahnfleischrückgang ? schmerzhaft und schnell oder ohne Beeinträchtigung ?
Man muss unterscheiden, ob der Rückgang des Zahnfleisches in Verbindung mit einer Entzündung (Parodontitis) oder als Folge eines Trauma (z.B. nächtliches Knirschen/Pressen der Zähne, Putzdefekte durch zu aggressives Zähneputze o.a.) auftritt. Bestimmte Medikamente oder organische Erkrankungen können zusätzlich Einfluss auf einen Rückgang haben. Gewissheit gibt eine Kontrolle, das sogenannte PA-Screening, welches von gesetzlichen Krankenkassen einmal jährlich übernommen wird.
Wenn Sie zum Thema Zahnfleischrückgang Fragen haben, vereinbaren Sie einen Termin und rufen Sie uns unter Tel. 040 303 986 80 an oder senden uns hier eine eMail zur Terminvereinbarung.
Parodontitis - am Zahn anhaftende Bakterien zerstören Ihren Stützknochen
Die häufigste Infektionskrankheit in westlichen Industrieländern ist die chronische Parodontitis des Zahnbettes. Diese Erkrankung verläuft schleichend und in kleinen Schüben. Sehr häufig spüren die Patienten den Abbau des Stützknochens durch die am Zahn anhaftenden Bakterien erst im Endstadium, dann wenn sich die Zähne bereits lockern. Diese bakterielle Erkrankung des Zahnbettes führt unbehandelt zwangsläufig zum vollständigen Zahnverlust.
Wie kann ich zu Hause diese Erkrankung erkennen ? Im Frühstadium eigentlich gar nicht, nur der Zahnarzt kann dies mit besonderen Hilfsmitteln. Aber die beginnende Parodontitis geht häufig mit einer oberflächigen Blutung und leichten Schmerzen am Zahnfleischsaum während der Zahnpflege einher. Im fortgeschrittenen Zustand ist bereits ein deutlicher Rückgang des Zahnfleisches und ggf. Schwellungen und Zahnlockerungen zu beobachten. Diese Beeinträchtigung merkt dann auch jeder selbst sehr schnell, denn es tut einfach weh.
Was kann zur Rettung der Zähne getan werden ? Vorbeugend helfen regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und die optimale häusliche Zahnpflege mit zusätzlich Zahnseide oder Interdentalsticks weiter. Mundspülungen oder besondere Zahnpasten helfen, entgegen der Aussage in der Werbung, nicht wirklich. Diese Produkte bekämpfen nicht die Ursache sondern mindern nur die Folgen und werden nach einer erfolgreichen Behandlung zusätzlich in der Regeneration eingesetzt.
Wer bereits beginnende oder tiefe Zahnfleischtaschen hat, der braucht eine Regenerationstherapie oder Zahnfleisch-"Taschenreinigung". Diese wird von uns mittels Betäubung schonend mit Desinfektionsspülungen und der patentierten "slim line Ultraschall-Technik" durchgeführt. Betroffene Patienten müssen im ersten Jahr nach dieser Therapie häufiger in die professionelle Zahnreinigung und zusätzlich zur intensiven desinfizierenden Taschenspülung in dem Prophylaxe-Programm bei uns in der Praxis erscheinen. Damit kann das Fortschreiten der Parodontitis wirkungsvoll gestoppt werden.
freiliegende Zahnhälse - mit zu starkem Druck zerstören Sie Ihren Stützknochen selbst
Geht Ihnen sichtbar das Zahnfleisch zurück und es zeigen sich empfindliche Zahnhälse, dann muss nicht immer eine Entzündung schuld daran sein. Zu großer Druck auf die äußeren und inneren Kieferknochen- und Zahnfleischanteile kann hier bereits ausreichen, um bleibende Defekte zu verursachen. Egal ob durch zu starkes bzw. hartes "Zähne schrubben", durch ungeschütztes Zähneknirschen und -pressen oder durch zu aggressive kieferorthopädische Geräte, Ihr Zahnbett wird bei zu hohem Druck dauerhaft geschädigt und abgebaut.
Zurück bleiben meistens sehr empfindliche Zahnhälse und stark irritiertes Zahnfleisch. Gerade die fleißigen Zahnputzer unter Ihnen, die gerne auch mehr als dreimal täglich Putzen, sind von dieser Problematik betroffen. Im Glauben Gutes zu tun, werden die Zahnhälse durch die zu häufige und aggressive falsche Putztechnik regelrecht freigescheuert.
Auch massives nächtliches Knirschen und Pressen fördert den Abbau des Stützknochens. Hier ist die Abhilfe nur über eine nächtliche Schutzschiene zu erreichen.
Kieferorthopädische Geräte, wenn nicht richtig eingestellt, können ebenfalls den Druck auf die empfindlichen Strukturen rund um den Zahn beeinträchtigen. Deshalb gehören die kieferorthopädischen Behandlungsarten in die Hände von Profis. Es sollte niemals bei den Geräten selbstständig ohne Absprache nachgestellt oder aktiviert werden.