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Die Tücke mit der Lücke
Zahnlücken nicht auf die leichte Schulter nehmen
(Juli 2004) Nur ein voll bezahntes Gebiss gibt Sicherheit beim Umgang mit anderen Menschen. Doch nicht nur der ästhetische Aspekt ist hier wichtig, so die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein; eine Zahnlücke kann außerdem extreme Schäden am gesamten Kausystem verursachen. Auch eine optisch nicht auffällige Zahnlücke im Seitenzahnbereich oder im Milchgebiss der Kids sollte Anlass sein, unverzüglich den Zahnarzt aufzusuchen.
Jeder Zahn behält nur solange seine feste Position, wie er von den Nachbarzähnen gestützt wird und Kontakt zu seinem Partnerzahn im Gegenkiefer hat. Fehlt der Halt, kippen nicht nur die Nachbarzähne in die entstandene Lücke hinein, sondern nach und nach machen sich alle Zähne in der Zahnreihe auf die Wanderschaft. Nischen und Winkel entstehen, in denen sich Speisereste und Bakterien festsetzen und Karies und Zahnfleischentzündungen auslösen können. Im Gegenkiefer wächst der Partnerzahn aus seinem Zahnbett heraus, so als mache er sich auf die Suche nach seinem Gegenüber. Der Kieferknochen baut sich ab, weil ihm die Massage beim Kauen fehlt, was nicht selten weiteren Zahnverlust zur Folge hat. Um Folgeschäden zu vermeiden, muss eine Zahnlücke also nach einer gewissen Ausheilungszeit unbedingt geschlossen werden.
Eine Implantatversorgung bietet sich hier als ideale und komfortable Lösung an. Das Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingepflanzt wird. Nach der Einheilungsphase wird darauf der eigentliche Zahnersatz befestigt. Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand. Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden, wie es bei der Versorgung mit einer festsitzenden Brücke der Fall ist. Dem Abbau des Kieferknochens wird entgegengewirkt, da das Implantat den Kaudruck genau wie ein natürlicher Zahn überträgt. Kurz: Die Eingliederung eines Implantats ermöglicht die optimale Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik des Gebisses.
Zum Thema Zahnverlust und rechtzeitig zur Freizeitsport- und Urlaubssaison, weist die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein darauf hin, dass Zähne, die durch Unfälle herausfallen, keineswegs verloren sind. Werden sie vorschriftsmäßig aufbewahrt, kann der Zahnarzt sie wieder einpflanzen. Zur Aufbewahrung des Zahnes gibt es jetzt die Rettungsbox. Sie enthält eine Nährlösung, die den Zahn bis zu 48 Stunden steril und feucht hält und die Wurzeloberfläche schont. Sie ist für ca. 20 Euro in der Apotheke erhältlich.
Langfassung des Textes
Die Tücke mit der Lücke
Zahnlücken nicht auf die leichte Schulter nehmen(Juli 2004) "Siehst ja wieder richtig gut aus, Bruderherz", lobte Lissy ihren Bruder. "Mit Deinem Aussehen war ja auch kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Wer küsst schon gern eine Zahnlücke?"
Nicht nur ästhetische Gründe sprechen dafür, eine Zahnlücke so schnell wie möglich schließen zu lassen, erst recht aus zahnmedizinischer Sicht ist es ein unbedingtes Muss. Zähne behalten nämlich nur so lange ihre feste Position, wie sie von Nachbarzähnen gestützt werden und den Partnerzahn im Gegenkiefer beim Kauen spüren. Bleibt eine Zahnlücke unversorgt, kippen sehr bald die Nachbarzähne in die Lücke hinein und auch die anderen Zähne in der betroffenen Zahnreihe folgen nach und nach dieser Wanderung. So entstehen Nischen, Ecken und Winkel in denen sich leicht Speisereste und Bakterien festsetzen. Da die gründliche Reinigung solch gestalteter Zahnreihe erschwert ist, haben Karies und Zahnfleischentzündungen ein leichtes Spiel.
Auch im Gegenkiefer tut sich was. Der gegenüberliegende Zahn wächst aus seinem Zahnbett heraus, weil er beim Kauen keinen Gegendruck mehr spürt. Das kann sogar weiteren Zahnverlust bedeuten.
Der kontinuierliche Abbau des unter der Zahnlücke liegenden Kieferknochens rundet das Chaos ab. Die funktionelle Einheit aller Zähne ist beeinträchtigt, was nicht selten zu Störungen im gesamten Kauorgan führt. Schmerzen in den Kiefergelenken und der Gesichts-, Hals- und Kopfmuskulatur können die Folge sein.
Implantate sind das Nonplusultra
Um Folgeschäden zu vermeiden, muss eine Zahnlücke nach einer gewissen Ausheilungszeit also so schnell wie möglich geschlossen werden. Und zwar so, dass die Funktionalität der Zähne wiederhergestellt ist und das Aussehen nicht mehr gestört ist. Da die individuellen Gegebenheiten in jeder Mundhöhle sehr unterschiedlich sind, sollte sich der Patient bei der Entscheidung zwischen herausnehmbarem oder festsitzendem Zahnersatz auf den Rat des Zahnarztes verlassen.
Wer sich für eine Implantatversorgung entscheidet, hat eine ideale und komfortable Wahl getroffen. Das eigentliche Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen gepflanzt wird. Nach einer gewissen Einheilungszeit wird darauf der eigentliche Zahnersatz befestigt. Implantate sitzen bombenfest und sind genauso belastbar wie natürliche Zähne. Von der Optik her können sie so gestaltet werden, dass sie sich optimal in die vorhandene Zahnreihe einfügen. Niemand wird merken, dass es sich um einen Falschen handelt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der Eingliederung von Implantatgetragenem Ersatzzahn keine gesunde Zahnsubstanz in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies ist immer der Fall, wenn der Zahnarzt eine Zahnlücke mit einer Brücke schließt. Dabei nämlich müssen die Nachbarzähne beschliffen und überkront werden, damit sie dem Ersatzzahn festen Halt geben können. Auch dem Rückbau des Kieferknochens wird bei einer Implantatversorung entgegengewirkt. Das Implantat im Kieferknochen überträgt den Kaudruck auf den Knochen genauso wie eine natürliche Zahnwurzel.
Die Implantologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, so dass Implantate bereits eine nachgewiesene Haltbarkeit von bis zu 20 Jahren aufweisen.
Nicht immer ist Zahnersatz erforderlich
Nicht immer muss bei Zahnverlust gleich über eine Versorgung mit Zahnersatz nachgedacht werden. Geht ein Zahn infolge eines Unfalls verloren, kann er mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eingepflanzt werden, wenn man ihn richtig aufbewahrt. Er sollte feucht gehalten und die Wurzeloberfläche darf nicht berührt oder desinfiziert werden. Zur richtigen Aufbewahrung, so teilte die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein kürzlich mit, steht jetzt eine Rettungsbox zur Verfügung. Sie enthält eine spezielle Nährlösung, in der die Zellen des Zahnhaltegewebes 24 bis 48 Stunden überleben können. Die Box kostet 20 Euro und ist in der Apotheke erhältlich. Bei Zimmertemperatur ist sie bis zu drei Jahren lagerfähig.
Wird der ausgefallene Zahn binnen 30 Minuten in die Rettungsbox eingelagert, haben die Zellen in der Wurzelhaut eine reelle Überlebenschance. Der Zahnarzt kann den Zahn wieder einpflanzen und er wird binnen kurzer Zeit wie vorher funktionieren.
Unfälle die Zahnverlust zur Folge haben, treten übrigens gehäuft bei jungen Patienten zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr auf. Deshalb ist es empfehlenswert, die Hausapotheke sowie Schul- und Sporttaschen mit der Rettungsbox zu bestücken. Und auch im Urlaubsgepäck sollte sie nicht fehlen.
Apropos Urlaub: Denken Sie bitte daran, dass sie rechtzeitig vor Urlaubsbeginn noch einen Termin beim Zahnarzt für eine Kontrolluntersuchung vereinbaren. Zähne brauchen keine Erholung. Sie müssen fit sein, wenn der Urlaub beginnt. Zahnschmerzen können die schönste Zeit des Jahres gehörig vermasseln, kosten Zeit und belasten mitunter sogar die Urlaubskasse.
Quelle / Copyright: Zahnärtzekammer Schleswig-Holstein








